Aktuelles

BIN – Betriebsrats-Innovations-Navigator

Vor allem bei schwächelnder Konjunktur – aber nicht nur dann – steigt die Gefährdung der Arbeitsplätze. In Gefahr geraten jedoch nicht alle Arbeitsplätze gleichermaßen sondern insbesondere  diejenigen in Betrieben oder Abteilungen, die schon vorher Probleme aufwiesen und die durch eine Konjunkturabschwächung verstärkt zutage treten. Spätestens dann, wenn die Geschäftsleitungen Betriebsänderungen ankündigen, sind die Betriebsräte gefordert, sich mit der wirtschaftlichen Lage der Betriebe und den Alternativen einer Sanierung auseinanderzusetzen. Dann aber läuft die Zeit gegen Betriebsrat und Beschäftigte und beschäftigungssichernde Maßnahmen, die einen langen Atem benötigen, haben kaum noch Chancen aufgegriffen zu werden.

§ 92a BetrVG gibt den Betriebsräten die – leider noch zu wenig genutzte – Möglichkeit, frühzeitig Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung vorzuschlagen. Voraussetzung dafür ist eine Bestandsaufnahme der Schwächen und Stärken der Betriebe und Unternehmen. Auf dieser Grundlage können die Betriebsräte dann Schwerpunkte setzen, Maßnahmen entwickeln und ihre Umsetzung mit den Geschäftsleitungen diskutieren.

Der Einstieg in den Prozess der Bestandsaufnahme der Schwächen und Stärken gestaltet sich mitunter jedoch schwieriger als gedacht. Die Betriebsratsmitglieder wissen in der Regel über ihre jeweiligen Abteilungen hervorragend Bescheid, kennen andere Bereiche aber nur vom Hören-Sagen. Ein zutreffendes Bild der Gesamtsituation des Betriebs oder Unternehmens kommt so nicht zustande. Der „Betriebsrats-Innovations-Navigator BIN“ bietet für den Einstieg in die Lagebeschreibung eine gute und strukturierte Unterstützung. BIN enthält insgesamt 22 Fragebögen, die nahezu sämtliche Bereiche des Unternehmens und die darin zentralen Themen abdecken. Ihre Bearbeitung im Betriebsratsgremium ergibt ein belastbares Bild der Betriebe oder Unternehmen, aufgrund dessen dann die Dringlichkeit von Maßnahmen und ihre Entwicklung abgeleitet werden können. EWR-Consulting hat mit dieser Methode  gute Erfahrungen gemacht: Obwohl die Fragebögen lediglich das Wissen der Betriebsräte sammeln, also kein neues Wissen aus bislang unbekannten Quellen hinzufügen, hatten viele Betriebsräte im Ergebnis den Eindruck, zum ersten Mal eine „maßstabsgetreue“ Gesamtschau auf das Unternehmen entwickelt zu haben, die die weitere Betriebsratsarbeit prägte.

Auch wenn die Bearbeitung der Fragebögen in der Regel mehrere Stunden benötigt; das Ergebnis lohnt sich.

Für Rückfragen zum Betriebsrats-Innovations-Navigator (BIN) oder Begleitung des Prozesses steht EWR Consulting unter info@ewr-consulting.de gerne zur Verfügung.

Leave a Comment