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Wie können Personal- und Betriebsrat im Krankenhaus auf Fusions-, Kooperations- oder Übernahmepläne reagieren

Die Dynamik der Konzentration ist nicht nur ungebrochen, sie nimmt weiter zu. Der Zwang zur wirtschaftlichen Optimierung, die fehlende Kraft vieler Häuser, notwendige Investitionen zu realisieren und nicht zuletzt die politische Vorgabe „Überkapazitäten“ abzubauen treibt die Aktivitäten an. Die Mitbestimmung ist bei diesen Prozessen häufig leider nur Zaungast. Eher Regel als Ausnahme ist, dass sowohl Beschäftigte als auch Personal- oder Betriebsrat die Pläne aus der Presse erfahren. Der Verdacht, dass dies durchaus von den Akteuren beabsichtigt ist, liegt auf der Hand. Betriebs- und Personalrat haben nicht nur Möglichkeiten und Rechte, sondern die Pflicht solch einschneidende Maßnahmen im Sinne der Beschäftigten zu prüfen und bestenfalls mit zu gestalten.

Quelle: Zahlen aus der Krankenhausfachzeitschrift „f&w führen und wirtschaften im Krankenhaus“ 02/2018 (eigene Grafik)

Wenn man den Hintergrund der Aktivitäten analysiert, geht es immer auch um Rationalisierung und Effizienzsteigerung. Erst einmal ist dies grundsätzlich nichts Schlechtes und häufig auch dringend notwendig. Leider bedeutet Rationalisierung und Effizienzsteigerung aber fast immer Arbeitsverdichtung, Outsourcing und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Hier setzt die Aufgabe der Mitbestimmung an. In jedem Krankenhaus gibt es Verbesserungspotentiale.

Die Hebung der Potentiale gehen wir gemeinsam mit dem Gremium systematisch an. Es braucht eine Strategie und einen Maßnahmenplan um intelligente Lösungen dann auch durchzusetzen. Im Rahmen von Kooperationsverhandlungen zweier kommunaler Krankenhäuser sind wir nach folgendem Schema vorgegangen:

Konkret stehen immer folgende Fragen im Mittelpunkt des Prozesses:

  • Welche Kosten verursacht die Maßnahme (Einmal- und laufende Kosten)?
  • Sind Auswirkungen auf die Qualität zu erwarten?
  • Gibt es Wechselwirkungen z.B. auf andere Bereiche?
  • Ändern sich die Arbeitsbedingungen?
  • Welche Ersparnisse verursacht die Maßnahme bzw. die Prozessverbesserung (Einmal- und laufende Ersparnisse)?

Ein entscheidender Erfolgsparameter ist die Einbindung des internen Know-how der Beschäftigten und der Mitbestimmung. Die Profis des Arbeitgebers greifen auf die jahrelangen Erfahrungen nur ungern zurück.

Wir setzen auf langjährige Erfahrung mit beteiligungsorientierter Beratung. Wir kennen unsere Stärken in den eingesetzten Methoden, bei betriebswirtschaftlichen Analysen und bei der Plausibilitätsprüfung von vermeintlichen Lösungen. Wir sehen es auch als Stärke, das bessere Wissen der Personal-/Betriebsräte und Beschäftigten über „ihr Krankenhaus“ aktiv als Basis für echte Lösungen zu nutzen.

Bei der hier skizzierten Kooperationsberatung ist es gelungen bestehende Stärken beider Kliniken zu erhalten und auszubauen. Servicebereiche wurden an jeweils einem Standort konzentriert. Beschäftigte, deren Arbeitsbereiche an ihrem Standort wegfielen wurden für neue Aufgaben qualifiziert.

EWR

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