Die Nettoinvestitionsquote

Der Begriff „Nettoinvestitionsquote“ klingt im ersten Moment harmlos. Nach einer
volkswirtschaftlichen Kennzahl aus dem Lehrbuch „Makroökonomie“ von Blanchard
und Illing. Doch hinter dem Begriff verbirgt sich sehr viel mehr. Er erzählt
von Abstiegsangst, von Zukunftssorgen und der strukturellen Krise, in der
Deutschland steckt.

Denn die „Nettoinvestitionsquote“ beschreibt langfristige Ausgaben von Unternehmen
für Sachanlagen wie Maschinen, Gebäude oder Fahrzeuge abzüglich ihrer
Abschreibungen. Sie stellt also dar, ob Unternehmen über den Erhalt ihrer
wirtschaftlichen Substanz hinaus in die Zukunft investieren.

Neue Daten, die mein Kollege Julian Olk einsehen konnte, zeigen jetzt: 2024 und 2025
waren die Abschreibungen größer als die Investitionen. Erstmals seit der
Wiedervereinigung ist das volkswirtschaftliche Anlagevermögen also gesunken.
Dabei zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Nach Bundesländern
aufgeschlüsselt liegen die Daten bis 2023 vor und zeigen, dass etwa Thüringen,
Bremen und NRW eine negative Investitionsquote aufweisen. Positiv ist die Quote
in Bayern, Hessen und Berlin.

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